Hühnergötter auf Rügen, die Glückssteine vom Strande – Was ist ein Hühnergott?

Hühnergötter auf Rügen - Was ist ein Hühnergott?

Hühnergötter sind einzigartige Lochsteine, wie man sie auch an den Stränden der Insel Rügen finden kann. So ein Hühnergott zeichnet sich durch natürliche Löcher aus, die im Laufe von Jahrhunderten durch die ständige Erosion von Wind und Wasser entstanden sind. Die Hühnergötter bestehen meist aus Kalkstein oder Kreide, sind sogenannte Feuersteine, und wirken auf den ersten Blick wie normale Steine mit einem Loch. Was sie jedoch besonders macht, sind die charakteristischen Löcher, die ihnen ihr besonderes Aussehen verleihen. Diese entstehen, wenn das Gestein von den Wellen bearbeitet wird und das weichere Material an bestimmten Stellen abgetragen wird, während das härtere Material an den Rändern bestehen bleibt.

Der Ursprung der Hühnergötter

Der Name „Hühnergötter“ kommt aus der Zeit, als man glaubte, dass diese Steine die Kraft hatten, bösen Einfluss abzuwehren, vor Hexen und Geistern zu schützen und basiert auf einer alten slawischen Sage. Man hielt sie für magische Objekte, die besonderen Schutz und Glück brachten. Doch die wahre Entstehung dieser „Glückssteine vom Strande“ liegt in der geologischen Geschichte der Insel Rügen. Im Zuge von Jahrtausenden prägte das Meer die Küstenlandschaft und führte dazu, dass Gesteinsbrocken in der Kreide, die Feuersteine, bearbeitet und geformt wurden. Die ständige Bewegung des Wassers und die Kräfte der Natur hinterließen die markanten Löcher, die wir heute als Hühnergötter kennen.

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Die Bedeutung der Hühnergötter

In früheren Zeiten hatten Hühnergötter eine tiefere, symbolische Bedeutung. Vor allem in ländlichen Regionen glaubte man, dass diese Steine Glück und Schutz vor Unheil brachten. Einem alten slawischen Volksglauben nach sollte ein aufgehängter Hühnergott vor einem Stall mit Federvieh das Hausgeflügel gegen böse Geister schützen. Der Volksglaube spricht auch davon, dass die Hühner beim Eierlegen nicht gestört werden sollten. Dieser Geist war ein weiblicher Poltergeist und eine alte slawische Gottheit, die Kikimora. Daher auch den Name Hühnergott, den wir somit auch den Slawen zu verdanken haben und erklärt zugleich die Bezeichnung Hühnergott und die Vorstellung, dass so ein natürlich durchloch­ter Stein ein kleiner Glücksbringer ist.

Oft wurden sie auch als Amulette getragen, um sich vor bösen Geistern oder Krankheiten zu schützen. Auch als Fruchtbarkeitssymbole fanden die Steine Anwendung. Die Löcher in den Steinen sollten Fruchtbarkeit und Wohlstand symbolisieren, und so war es nicht unüblich, dass Hühnergötter als Glückssteine bei Hochzeiten oder der Geburt von Kindern als Geschenke überreicht wurden.

Auch heute noch tragen viele Menschen Hühnergötter bei sich, hängen sich einen kleinen Hühnergott um den Hals oder verschenken sie. Sie gelten nämlich nach wie vor als Glücksbringer.

Wie entsteht ein Hühnergott?

Ein Hühnergott entsteht meist in Feuersteinen. Weil Feuersteine sehr hart sind, aber bei Belastung auch leicht splittern können, zeigen sie oft scharfe Kanten. Diese werden dann über lange Zeit von Brandung, Verwitterung sowie dem ständigen Reiben durch Sand und Steine bearbeitet und rund geschliffen. In vielen Feuersteinen gibt es bereits natürliche Schwachstellen oder Hohlräume mit weicheren Einschlüssen (zum Beispiel Kreide, Kristalle oder überbleibsel eines einst eingelagerten fossilen Seeigel-Stängels, eines Belemnit-Rostrums (Donnerkeil) oder anderer Kreideanlagerungen). Durch die Bewegung im Wasser werden diese Einschlüsse nach und nach ausgewaschen – so entstehen die Löcher, die den Stein zum Hühnergott machen. Diese besondere Form macht sie heute zu einem beliebten Mitbringsel.

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Wo man Hühnergötter auf Rügen finden kann

Wer sich auf die Suche nach Hühnergöttern macht, hat auf Rügen viele Möglichkeiten. So einen Stein mit einem natürlichen Loch findet man überall da, wo Du auch Feuerstein finden kannst, also überall da, wo Steinstrände sind. Besonders bekannt sind die Küstenabschnitte rund um den Königsstuhl, die berühmte Kreidefelsen der Insel. Aber auch in anderen Regionen, wie zum Beispiel auf den Stränden in der Nähe von Sassnitz, Dranske oder auf der Insel Hiddensee, findet man immer wieder diese kleinen Steinchen. Dabei kann das Sammeln von Hühnergöttern zu einer richtigen Entdeckungstour werden, bei der man nicht nur die Schönheit der Insel entdeckt, sondern gleichzeitig auf die glücksbringenden Steine stößt.

Die besten Bedingungen für das Finden von Hühnergöttern bieten die teils steilen und steinigen Küsten von Rügen, an denen das Meer ständig an den Felsen nagt. Besonders nach stürmischen Tagen oder nach dem Rückgang des Wassers hast Du gute Chancen, auf die faszinierenden Steine zu stoßen.

Hühnergötter als beliebtes Souvenir

Für viele Besucher der Insel sind Hühnergötter mehr als nur Steine – sie sind Erinnerungen an eine unvergessliche Reise. In den letzten Jahren haben sich die Hühnergötter so zu einem beliebten Souvenir entwickelt, denn viele Menschen nehmen die Steine als Glücksbringer mit nach Hause, um sich immer wieder an die raue Schönheit der Ostsee zu erinnern. In den Souvenirläden auf Rügen sind Hühnergötter daher oft auch in kleineren Ausführungen als Anhänger für Schmuck oder als Schlüsselanhänger zu finden. Aber viel schöner ist es natürlich, wenn Du einen selbst gefundenen Hühnergott mit nach Hause nehmen kannst. 😉

Gehört mein Hühnergott zu den Fossilien?

Nein, eigentlich nicht. Es sind einfach Feuersteine, die unter bestimmten Umständen irgendwann ein Loch bekommen. Allerdings kann es natürlich vorkommen, dass Hühnergötter Einschlüsse von Fossilien enthalten, wie Reste von Muscheln, Donnerkeilen oder Seeigelstacheln. Natürlich kannst Du mit Glück, wenn Du an den Rügener Stränden nach Hühnergöttern suchst, auch über andere Fossilien stolpern. Sogar Bernstein lässt sich theoretisch finden, aber da brauchst tatsächlich echt Glück.

Sassnitzer Blumentöpfe - Blumenkübel aus Feuerstein

Was sind Sassnitzer Blumentöpfe? Das sind große Feuersteinknollen mit einem großen Loch in der Mitte. Früher, und manchmal auch heute noch, sieht man sie vor den Wohnungstüren alter Wohnhäuser in Sassnitz, wo sie tatsächlich als natürliche Blumenkästen genutzt werden. Diese großen Hühnergötter nennt man auch Paramoudras.

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